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Massnahmen bei Blasenschwäche

Wer sich wegen Inkontinez unwohl fühlt oder sogar nicht mehr aus dem Haus geht, sollte dringend etwas unternehmen. Wir nennen Ihnen die besten Therapien und zeigen Ihnen, wie Sie sich behandeln können. Eine Blasenschwäche betrifft längst nicht nur die Alten.

Viele Leute halten ihre Blasenschwäche geheim und trauen sich nicht Ihrem Arzt davon zu erzählen. Angesichts der Tatsache, dass es sich hierbei um ein weit verbreitetes Leiden handelt, sollten Betroffene unbedingt Ihren Hausapotheker oder Hausarzt darauf ansprechen.

Dieser wird das Problem ohne Weiteres verstehen, denn für ihn handelt es sich dabei um ein alltägliches Problem. Dem Urologen (Facharzt) stehen für die Behandlung verschiedene  Methoden zur Verfügung. 

Therapie und Behandlung der Blasenschwäche

Er erfasst Ihren Gesundheitszustand durch gezielte Fragen nach Art und Dauer der Beschwerden, vorangegangenen operativen Eingriffen, allgemeinen Gesundheistproblemen und der begleitenden Arzneimitteleinnahme.

Nach Abklärung der Blasenentleerungsstörungen wird er die weiteren Behandlungsmassnahmen bestimmen. Je nach Art der Inkontinenz eignen sich entsprechende Massnahmen, die die Heilung oder zumindest die Linderung der Blasenschwäche herbeiführen.

Inkontinent sind auch Männer

Oft helfen schon einfache Verhaltensänderungen, die trainiert werden können. Sollten diese nicht den erwünschten Erfolg bringen, sind andere Behandlungen in Betracht zu ziehen.

1. Beckenboden stärken

Fachärzte empfehlen Männern und Frauen, die Muskeln des Beckenbodens zu stärken. Bei Männern verbinden diese Muskeln After und Penis mit Gesässknochen und Beinen.

2. Trink- und Blasentraining

Das Fassungsvermögen der Blase beträgt zwischen 300 und 500 ml. Bei einer Blasenschwäche kann man diese Menge nicht halten, wegen geschwächten Schliess- oder Blasenmuskeln.

Diese sollen durch das Blasentraining gestärkt und aufgebaut werden, damit das Haltevernögen gesteigert wird. Dieses Ziel wird sowohl durch bewusste Anpassung der Trinkgewohnheiten als auch durch die Regulierung des Harndrangs erreicht.

  • Trinken Sie zwei bis drei Liter Flüssigkeit über 24 Stunden verteilt.
  • Trinken Sie vor allem am Morgen viel und am Abend weniger, um den nächtlichen Gang zur Toilette zu vermeiden.
  • Trinkwasser und Tee sind besonders geeignet. Vermeiden Sie harntreibende Getränke wie Kaffee, Schwarztee, Cola und Alkohol. Auch Toilettentraining gehört dazu. Zweck der Übung ist die zeitliche Ausdehnung der Abstände zwischen zwei Toilettengängen zur Regulierung des Harndrangs.
  • Geben Sie dem Harndrang nicht immer nach. Versuchen Sie die Abstände zwischen zwei Blasenentleerungen zu vergrössern. Zuerst widerstehen sie 5 Minuten, nach ein paar Tagen steigern Sie weiter bis auf 20 Minuten. Die Blasenkapazität erhöht sich und der Harndrang wird nur noch alle zwei bis drei Stunden auftreten.
  • Entleeren Sie die Blase vollständig, ohne den Harnstrahl zu unterbrechen.
  • Führen Sie ein Tagebuch, in dem Sie die Zeiten Ihrer Toilettengänge und die jeweiligen Harnmengen protokollieren. Auf diese Weise haben Sie eine Erfolgskontrolle. Dieses Tagebuch wird auch als Miktationstagebuch bezeichnet. Auch Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird diese Protokollierung zu schätzen wissen.
Grafik Inkontinenz

Leider muss mit Rückschlägen gerechnet werden. Wenn Sie müde und erschöpft sind, wenn Sie Grippe oder eine Erkältung haben oder durch Stress geschwächt sind, können die Beschwerden wieder auftreten.

Lassen Sie sich dadurch jedoch auf keinen Fall entmutigen! Geduld ist gefragt, und dies unter Umständen über Monate.

3. Medikamente oder operative Eingriffe

Bei einigen Formen von Blasenfunktionsstörungen wird auf operative Massnahmen zurückgegriffen. Je nach Ursachen werden verschiedene Methoden angewendet. Konsultieren Sie Ihren Arzt, wenn die anderen Behandlungsarten nicht den erwünschten Erfolg bringen. Bei Erektionsproblemen können Potenzmittel wie Maca helfen.

Bei einer Harnwegsinfektion, z.B. im Falle einer Reizblase, dient eine Antibiotikabehandlung der Heilung. Auch Hormonmangel in Folge der Wechseljahre kann Ursache von Blasenschwäche sein. In diesem Fall werden östrogen- oder fetthaltige Präparate angewandt. 

Der Markt bietet wirksame Hygienecremes, die zur Vorbeugung genutzt werden können. Diese im Intimbereich  aufzutragenden Cremes schützen Frauen vor Keimen, die Blaseninfektionen auslösen können.

Häufig werden bei der hyperaktiven Blase Anticholinergica eingenommen, denn die haben eine beruhigende Wirkung auf die gereizte Blasenmuskulatur. 

Diese Anticholinergica dürfen jedoch bei einer Überlauf-Inkontinenz nicht genutzt werden, denn in diesem Fall haben sie eine gegenteilige Wirkung. Hier wird eher mit herzwirksamen Medikamenten und Medikamenten, die auf das Nervensystem einwirken, behandelt.
Auch pflanzliche Heilmittel , die den Hormonstatus beeinflussen, können in gewissen Fällen hilfreich sein.

Operative Massnahmen sind die „Blasenaufhängung“ oder die „Bändchen-Operation“ bei der Frau, die an Belastungsinkontinenz leidet und die „kleine“ oder die „grosse“ Prostata-Operation für den betroffenen Mann. Es können auch Blasenschrittmacher eingesetzt werden, die die Schliess- und Beckenbodenmuskeln künstlich stimulieren.